Zöliaki: Was ist das?

Immer mehr Menschen leiden unter einer Glutenunverträglichkeit, welche als Zöliaki bezeichnet wird. Gluten kommen in Getreide, wie Weizen, Roggen, Gerste und älteren Getreidesorten wie Einkorn und Emmer vor und sind ein getreideeigenes Klebereiweiss. Bei Zöliaki wird durch die Unverträglichkeit die Schleimhaut des Dünndarms geschädigt und ist chronisch entzündet. Auf Grund dessen kann der Organismus nicht ausreichend mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt werden.

Zöliaki ist eine Mischform aus einer Autoimmunerkrankung und einer Allergie. Durch eine Glutenunverträglichkeit produziert der Körper bei der Aufnahme des Klebereiweisses wie im Falle einer Allergie Antikörper, da die Gluten als etwas Feindliches behandelt werden. Die Antikörper jedoch greifen nicht nur die Gluten an, sondern richten sich auch gegen den eigenen Körper. Derselbe Prozess ist auch bei Autoimmunkrankheiten zu beobachten.

Verantwortlich für die Glutenunverträglichkeit sind neben einer möglichen Vererbung der Krankheit auch sogenannte Histokompatibilitätsantigene (HLA), welche bei allen Betroffenen nachgewiesen werden konnten.

Ein Großteil der Bevölkerung trägt diese Gene jedoch in sich, so dass davon ausgegangen wird, dass noch andere Faktoren für Zöliaki verantwortlich sind. Unter Verdacht stehen Alkoholkonsum, Stress, Pilzinfektionen und noch unbekannte Gene, sowie die Dauer der Stillzeit im Säuglingsalter.

Die Diagnose der Krankheit ist bei Erwachsenen zeitaufwändig. Typische Zöliaki Symptome sind zum Beispiel Abgeschlagenheit, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden, wie Durchfall oder Verstopfung, Blähbauch oder auch depressive Verstimmungen. Da die Symptome meist nicht gleichzeitig auftreten, gestaltet sich eine genaue Diagnose meist relativ schwierig. Die Erkrankung tritt im Erwachsenenalter meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf. Die Anzahl der Betroffenen ist schwer abzuschätzen, da statistisch nur jeder dritte Fall diagnostiziert wird. In früheren Zeiten wurde auch der Begriff Sprue für Zöliaki im Erwachsenenalter verwendet. Heutzutage allerdings spricht man ausschließlich von Zöliaki, da festgestellt wurde, dass Neuerkrankungen in allen Altersklassen auftreten und eine Unterscheidung deshalb nicht als sinnvoll gilt. Eine ebenso veraltete Bezeichnung für Zöliaki ist die Heubner-Herter-Krankheit.

Eine medikamentöse Behandlung der Krankheit ist derzeit nicht möglich. Zwar können einzelne Zöliaki Symptome behandelt werden, doch um vollkommen beschwerdefrei zu bleiben, ist eine strenge, glutenfreie Ernährung unverzichtbar.